Sankturin-Haus (Sankturinovský dům)

Das imposante Palais, das mit seiner Barockfassade die Dominante des Palacký-Platzes bildet, erinnert an die frühesten Anfänge der Stadt. Archäologische Funde belegen, dass hier im 13. Jahrhundert ein Turmhaus stand, dessen gotischer Turm sowohl als Wohnraum als auch zu Verteidigungszwecken diente, denn im Areal des Hauses befand sich ein Produktionsobjekt, wo offenbar Silber verhüttet wurde. Später wurde diese „Basis“ noch um zwei weitere Objekte erweitert, doch wissen wir über sie und ihre Besitzer nur sehr wenig. Der Schwerpunkt der Baumaßnahmen des Hauses dürfte für das ausgehende 15. Jahrhundert anzusetzen sein. 1481 gelangte es durch Kauf in den Besitz des Goldmachers Beneš, der später noch den Beinamen von Trmice erwarb. Dieser gehörte zu den bedeutenden Persönlichkeiten des damaligen Kuttenberg. Infolge finanzieller Probleme sah er sich gezwungen, dieses schöne Haus an einen gewissen Sankturin aus Nedvojice zu verkaufen, der dem Haus paradoxerweise seinen Namen gab, unter dem es noch heute bekannt ist. Der künstlerisch wertvollste Teil des Hauses ist der intime Raum der Kapelle im 2. Stock des Turmes. Das bearbeitete Gewölbe mit gewundenen Reihungen ist wahrscheinlich ein Werk von Meister Brikcí, das nach 1491 entstanden sein dürfte. An der Wand hat sich bis heute ein Fresko, eine monumentale Komposition, erhalten, die die Fassade des Palais mit einer Landschaft im Hintergrund und mit Ansicht auf die Stadt und eine Figurengruppe darstellt. Der Sinn dieser Darstellung und ihre Verbindung zu den Fresken in der Smíšek-Kapelle im Barbaradomsind bislang Gegenstand von Mutmaßungen und Hypothesen.

In den Jahren 1787-1793 wurden an dem Haus bauliche Anpassungen vorgenommen, wobei es eine neue Fassade und ein Mansardendach erhielt, das bis heute so charakteristisch für es ist. Durch diese Anpassungen wandelte sich das ursprünglich gotische Palais zu einem ehrwürdigen Bürgerhaus. Heute dient das Haus als kulturelles und gesellschaftliches Zentrum. Im Erdgeschoss befindet sich das Informationszentrum der Stadt Kutná Hora, in den Kellerräumen kann man das Museum Alchemistische Werkstätten besuchen.  

Text © Dr. phil. Helena Štroblová

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