Muttergotteskirche „Na Náměti“ (Kostel Matky Boží Na Náměti)

Die Muttergotteskirche Na Náměti war ursprünglich außerhalb der Stadtmauern errichtet worden und sollte als Friedhofskirche dienen. Der Name „Na Námětí“ verweist auf den mittelalterlichen Eisenerzmarkt, der sich in unmittelbarer Umgebung dieser Kirche befand. Der Bau wurde anfangs aus der Ausbeute des Erzes finanziert, das beim Erzhandel auf die Erde fiel. Diese Erzreste wurden auf einen Haufen zusammengekehrt (tschechisch: nametán) und anschließend verkauft, wobei man den Erlös ausschließlich der Kirche zukommen ließ. Die Geschichte dieser Kirche reicht bis in das erste Viertel des 14. Jahrhunderts zurück. Im Jahre 1470 schlug der Blitz in den Kirchturm ein und löste damit einen verheerenden Brand aus. Von der Kirche blieben nur die Außenmauern stehen. Bei den anschließenden Reparaturarbeiten handelte es sich daher im Grunde um einen Neubau. Beteiligt waren daran auch die Steinmetze der St.-Barbara-Hütte, die hier zunächst unter der Leitung von Matthias Rejsek arbeiteten und später von dem berühmten Benedikt Ried geschult wurden. Ein interessantes Detail der Kirche ist die Treppe, die von außen mit dem zierlichen Turm verbunden ist. Die Nordtreppe, die auf einem für die damalige Zeit untypischen quadratischen Grundriss errichtet wurde, führt in den inneren Chor der Kirche.  Die Südtreppe, bei der es sich um eine Wendeltreppe handelt, besteht aus zwei gegenläufigen Treppen, die sich in einer Schnecke nebeneinander winden, sodass man auf ihnen also hinauf- und hinuntergehen kann. Sie stellen den Zugang zur Schatzkammer im ersten Geschoss des Turmes sicher. Dominante des Innenraums der Kirche ist das langgezogene Presbyterium mit einem neogotischen Altar, der eine spätgotische Arche mit Motiven aus dem Leben Mariens trägt. Das Zentralgemälde Himmelfahrt ist ein Werk des Diviš von Leitmeritz, am Einschnitt des Altars ist das Gemälde Ecce Homo von Meister Michael angebracht. Als kostbar dürfen auch die beiden Altäre in den Seitenschiffen der Kirche bezeichnet werden. Alle Altarbilder stammen aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Der gesamte Kircheninnenraum wurde in eine Achsensymmetrie hineinkomponiert, die nur von der Kanzel aus dem beginnenden 16. Jahrhundert in nennenswerter Weise beeinträchtigt wird. 

Dieses spätgotische Juwel entstand wahrscheinlich unter den Händen Wendel Roskopfs, eines deutschen Steinmetzes und Baumeisters, der kurz in der Riedschen Hütte an St. Barbara wirkte. Die sechseckige mit Plänersandstein verkleidete Kanzel zieren Reliefs der Kirchenväter Hieronymus, Ambrosius, Gregor und Augustinus. Interessanterweise dient die diese Kanzel bis heute liturgischen Zwecken. Im vorderen Teil des Hauptschiffes wurde 1735 Peter Johann Brandl, einer der bedeutendsten böhmischen Barockmaler bestattet. Auf seinen Grabstein verweist eine Marmorplatte auf der linken Seite des Triumphbogens.

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